Als Fotografin für Konzert- und Veranstaltungsfotografie setzt das Riesenrad auf dem Schlossplatz für mich ein schönes und zugleich trauriges Zeichen für die Covid-gebeutelte Branche.

Bei einem Stadtspaziergang auf den Höhenlagen des Stuttgarter Westens, den ich zufällig am ersten Tag der Inbetriebnahme des Riesenrads machte, beeindruckte mich ein ganz besonderer Augenblick. Der Moment, in dem die Stadtmitte des Kessels schon trostlos dunkel in der Dämmerung lag. Einzig das Riesenrad leuchtete bunt und hell in der Stadt. In diesem Moment erschien es mir übergroß. Es dominierte die Dunkelheit, erhob sich wie ein Mahnmal und gleichzeitig wie ein Zeichen der Hoffnung. Als wolle es sagen: „Schaut her! Ich leuchte für euch und bringe wieder Freude in euer Leben.“

Das gab mir die Idee, dieses Hoffnungszeichen für die Branche fotografisch festzuhalten, in Form einer Fotoreportage und zwar von möglichst allen bekannten, jederzeit öffentlich zugänglichen Aussichtspunkten auf die Stadt aus. So entstand eine einzigartige Serie mit Riesenrad-Stadtansichten. Immer zur goldenen und blauen Stunde am Abend fotografiert. Mal von weiter weg, mal von ganz nah dran. Mit Ausnahme von zwei Nahansichten stets von einem erhöhten Standort aus. Mit stehenden Gondeln, bewusst ohne Bewegung. Denn die Veranstaltungsbranche musste lange Zeit stillstehen. Und diesen Stillstand wollte ich festhalten.

Wer die 18 Standorte aufmerksam betrachtet, wird feststellen, dass ein paar beliebte Aussichtspunkte fehlen: das Teehaus/Bopser, die Karlshöhe und die Uhlandshöhe. Dort verdecken Bäume das Riesenrad ganz oder teilweise.

Die Ansichten steigern sich von der Ferne zur Nähe, der letzte „Höhe“-Punkt ist das Riesenrad. Die Ansicht zeigt die Stadt aus dem Riesenrad von oben fotografiert. Und zwar so, dass der Betrachter sich fühlt, als ob er im Riesenrad sitzt und auf die Stadt blickt. Dieses Bild soll symbolisieren, wie uns die Kultur – und Veranstaltungsbranche zu Höhepunkten verhelfen kann. Highlights, auf die wir nicht verzichten sollten, da sie uns wunderbare Ansichten schenken. Und wie passend erscheint doch zeitgleich die Beschriftung auf dem „Cube“ Kunstmuseum Stuttgart: „Jetzt oder nie“.

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