Auf Elba durfte ich die Fischer des Bootes "Padre Pio" fast 24 Stunden lang begleiten. Leider nicht bei der nächtlichen Ausfahrt, da ein Unwetter vorhergesagt war.

Viele der zwölf Fischer leben sechs Monate auf engstem Raum auf dem Schiff. Abends bei Sonnenuntergang laufen sie mit dem Boot aus. Die kleinen Beiboote mit den riesigen Lampen dienen dazu, die Fische nachts durch das Licht anzulocken. Vor Rückkehr in den Hafen am frühen Morgen bringen die zwölf Mann ihren Fang mit dem Schiff direkt vom Meer zum Fischgroßmarkt auf dem Festland. Die restlichen nicht verkauften Fische und Meerestiere verkaufen sie an ihrem Ankerplatz über die Bootskante. Da ist verkäuferisches Talent gefragt.

Eine geregelte Pause gibt es nicht für alle. Das Netz muss repariert werden. Heute ist Mohamed damit beauftragt. Mittags wird meist gemeinsam gegessen, heute hat Fabio gekocht. Nach dem Essen ist er plötzlich verschwunden. Keiner weiß, wo er steckt. 45 Minuten später taucht er wieder auf und hat Trinkwasser für die gesamte Mannschaft gekauft.

In der nächsten Nacht sollen andere Fische gefangen werden. Dazu muss das Fischernetz gewechselt werden, denn es braucht größere Maschen. Auf einem LKW rollt das tonnenschwere Netz aus der Lagerhalle heran. Massimo hieft es Stück für Stück herunter, während die anderen es über die Rolle ziehen. Mehrere Stunden dauert der Wechsel des Fischernetzes, bei dem es akribisch auf Löcher kontrolliert und ordentlich zusammengelegt wird. Mehr Teamarbeit geht nicht! Alle helfen mit. Der Chef kommandiert. Eine Dusche mit Wasser reduziert schließlich das Netzvolumen, bevor es mit einer Plane abgedeckt wird.

Geschafft, die nächste Nacht kann kommen. Und alle freuen sich auf die nächste Fischjagd.